Der Windzeiger von Heessen

Ein Projekt aus Bürgersinn, Handwerkskunst und Gemeinschaft

Die Idee war ebenso simpel wie wirkungsvoll: Eine Panorama-Orientierungshilfe, die Besucherinnen und Besuchern zeigt, welche Sehenswürdigkeiten von der Halde in Heessen aus zu sehen sind – ergänzt durch Himmelsrichtungen, Entfernungen und Namen.

Doch wie sollte diese Orientierungshilfe gestaltet werden?
Säulen standen bald als Trägerelement im Raum – aber:

  • Aus welchem Material?

  • Welche Höhe und Breite?

  • Aus Metall, Holz, Beton oder Naturstein?

Gestaltungsidee und Materialwahl

Die Entscheidung fiel schließlich auf vier Säulen aus Sandstein aus Anröchte. Zur Darstellung der Objekte wurde eine ästhetisch klare Lösung gefunden:
In Granitplatten wurden die Silhouetten der markanten Bauwerke als Intarsien aus Messing oder Edelstahleingearbeitet.

Dabei waren den Projektbeteiligten zwei Dinge besonders wichtig:

  1. Die Anlage sollte vandalismussicher und dauerhaft sein.

  2. Sie musste finanzierbar bleiben.

Entwurf und Umsetzung

Der Architekturstudent Christan Leyer erklärte sich bei einer Ortsbegehung bereit, einen professionellen Gestaltungsentwurf für das Gesamtprojekt zu erarbeiten – inklusive der grafischen Umsetzung der Objekte und der Plattenarchitektur.

Die Säulen wurden so ausgerichtet:

  • Eine Säule nach Osten,

  • zwei nach Süden – mit dem größten Panoramablick,

  • eine nach Westen.
    Der Blick nach Norden blieb durch die alte Abraumhalde der Zeche versperrt.

Für die präzise Fertigung der Intarsien konnte die Firma Waricut (Inhaber: Heinrich Ridder) gewonnen werden. Mit Hochdruck-Wasserstrahlschneidetechnik wurden die Bildmotive exakt nach Leyers Vorlage aus Metall geschnitten – eine technisch und visuell beeindruckende Arbeit.

Gemeinschaftsleistung aus Hamm

Parallel unterstützte die Stadt Hamm die Gestaltung der Halde – u. a. durch die Bereitstellung großer Steinbrocken, die nun als Sitzgelegenheiten und Tische dienen. Die Ausbildungswerkstatt des Kolpingwerks errichtete mit großem Engagement die vier Fundamente. Für die Auszubildenden war es ein besonderes Erlebnis, an einem dauerhaften öffentlichen Projekt mitwirken zu können. Auch beim Ausheben der Baugruben half die Stadt Hamm erneut tatkräftig.

Einweihung beim Schnadegang

Der selbst gesetzte Fertigstellungstermin war ehrgeizig: Der 28. Mai 2004, zum 30. Schnadegang des Heimatvereins Heessen. In den letzten Wochen wurde die Zeit knapp, doch die Firma Waricut arbeitete – im wahrsten Sinne – mit Hochdruck. Kurz vor dem Termin wurden die Sandsteinsäulen aufgestellt, die Granitplatten mit den Metallintarsien versehen und alles fachgerecht montiert.

Am Festtag erfolgte die offizielle Übergabe durch Stadtbaurätin Rita Schulze-Böing. Die Orientierungssäulen enthalten nun Hinweistafeln mit den Namen der Bauwerke sowie der Entfernung vom Standort.

Eine neue Sehenswürdigkeit für Heessen

Neben den bekannten Attraktionen wie Schloss Heessen, Schloss Oberwerries und der Waldbühne verfügt Heessen nun über eine weitere Sehenswürdigkeit – geschaffen aus Bürgerinitiative, Ausbildungsförderung und moderner Technik.