Kirche und Schule

Ein historischer Überblick

Bereits 1193 wurde die Pfarrei Heessen erstmals urkundlich erwähnt, als Teil des Archidiakonats St. Martin. Der ursprüngliche Kirchenbau entstand vermutlich schon um 1150. Anfang des 14. Jahrhunderts existierte an dieser Stelle eine kleine, dreischiffige Hallenkirche.


Bildung aus christlicher Initiative

1654 gründete Pastor Christian Kegenhoff die erste Schule in Heessen. Die Schulmeister, die oft zugleich als Organisten tätig waren, erhielten ihren Lohn aus einem Stiftungskapital. Um 1778/88 wurde ein neues Schulgebäude an der Dorfstraße 12 errichtet, in dem 1835 auch eine Mädchenschule Platz fand. 1795 folgte eine Nebenschule in der Bauerschaft Frielick.


Neubauten im 19. Jahrhundert

Seit 1825 existierten Pläne für einen Kirchenneubau, der jedoch erst 1876 – nach der Schließung der alten Kirche wegen Einsturzgefahr – realisiert wurde: Ein gotischer Ziegelbau entstand. In den Folgejahren wurde das Bildungsangebot erweitert: 1884 und 1909 entstanden neue Schulgebäude am Eckey.

Vom Schulspeicher zur ersten Verkaufsstelle in Heessen

Im Jahr 1787 zog die Schule in Heessen aus dem sogenannten „Schulspeicher“ an der Dorfstraße in ein neu erbautes Schulgebäude direkt daneben. Das frei gewordene Gebäude übernahm ein in Heessen ansässiger Kiepenkerl, der dort ein Warenlager mit Verkaufsstelle einrichtete. Zugleich nutzte er das Gebäude als Wohnhaus für sich und seine Familie. Damit entstand die erste stationäre Verkaufsstelle in der Gemeinde Heessen.

 

Schulspeicher 1677

Denkmal für den Kiepenkerl

Dem hohen Ansehen und der kulturellen Bedeutung des Berufsstandes wurde am 30. Oktober 1895 durch den Verschönerungsverein Münster Rechnung getragen: Der Künstler August Schmiemann (1845–1927) erhielt den Auftrag, ein Kiepenkerl-Standbild zu gestalten. Als Modell diente vermutlich Franz Wenninghoff aus Bevergern im Tecklenburger Land, auch bekannt als „Anten-Franz“, da er Enten in einer Vogelkoje fing und verkaufte.

Das Denkmal wurde 1896 am Spiekerhof (heute Standort des Restaurants „Großer Kiepenkerl“) aufgestellt.

Schäden, Zerstörung und Wiederaufbau

Im Jahr 1915 schlug ein Blitz in den Kirchturm gegenüber der Straße ein. Zwischen 1932 und 1936 wurden daraufhin zwei neue Türme errichtet. Die Kirche wurde 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört, jedoch bereits zwischen 1947 und 1949 wieder aufgebaut.